Rechtliche Rahmenbedingungen

Seit 2011 ist die Zentrale Auslands- und Fachermittlung für die Zulassung ausländischer Fachkräfte und Auszubildende zuständig. Wenn Sie eine ausländische Fachkraft einstellen möchten, müssen Sie in Deutschland verschiedene rechtliche Aspekte berücksichtigen. Diese sind, je nach Staatsangehörigkeit der Person, unterschiedlich. Fachkräfte aus der Europäischen Union, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Sie sind den deutschen Fachkräften gleichgestellt.

Es sollte jedoch grundsätzlich eine Anerkennung des Berufsabschlusses durchgeführt werden. Die in Deutschland „reglementierten Berufe“ setzen diese Prüfung sogar voraus. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie definiert diese als „Berufe, für deren Aufnahme und Ausübung der Besitz einer bestimmten Berufsqualifikation durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften vorgeschrieben ist.“ Dazu zählen z. B. Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer sowie der öffentliche Dienst.

Welche Besonderheiten müssen bei Drittstaatsangehörigen berücksichtigt werden?

Drittstaatsangehörige müssen für die Einreise nach Deutschland in ihrem Herkunftsland ein Visum für den Zweck der Erwerbstätigkeit sowie anschließend einen Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragen.

Für die Erteilung dieses speziellen Aufenthaltstitels benötigt die ausländische Fachkraft unter anderem die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Diese wird bei der Beantragung des Aufenthaltstitels von der Ausländerbehörde eingeholt. Sie haben aber auch die Möglichkeit, ein „Vorabprüfungsverfahren“ einzuleiten. So können Sie bereits vor der Einreise Ihrer Fachkraft prüfen, ob Ihr Stellenangebot und das Arbeitsverhältnis alle Voraussetzungen erfüllen.

Das Verfahren können Sie in Anspruch nehmen, wenn die Fachkraft bereits bekannt ist oder Sie schon vor der Suche sicher gehen wollen, dass eine Einstellung von Drittstaatsangehörigen möglich ist.

Wann wird die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit benötigt?

Keine Zustimmung benötigen Sie bei:

  • Inhabern der Blauen Karte EU
  • Hochqualifizierten, die a) eine Niederlassungserlaubnis b) einen deutschen Hochschulabschluss entsprechend Ihrer zu besetzenden Stelle besitzen.
  • Leitenden Angestellten a) mit Generalvollmacht oder Prokura b) im Vorstand, in der Direktion oder der Geschäftsleitung, deren Unternehmen innerhalb und außerhalb Deutschlands tätig ist
  • Gesellschaftern von Handelsgesellschaften
  • Lehrpersonal, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Gastwissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern, die einem ausländischen Forschungsteam angehören, aber in Deutschland tätig sind
  • Absolventen deutscher Auslandsschulen, die über die Qualifikationen der zu besetzenden Stelle verfügen

Die Zustimmung benötigen Sie bei:

  • Fachkräften eines „Mangelberufs“, deren Jahresgehalt mind. 37.752 Euro brutto beträgt. (Stand 2015)
  • Absolventen mit einem ausländischen Hochschulabschluss
  • Spezialisten und leitenden Angestellten, deren Unternehmen einen Sitz in Deutschland haben und die nach Deutschland versetzt werden
  • Ausländerinnen und Ausländern, die im Anschluss an eine im Inland erworbene qualifizierte Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Ausbildungsberuf bei Ihnen arbeiten möchten
  • Fachkräften mit ausländischer Berufsqualifikation